Verlernt zu lernen oder so
Seit nun fast einem Monat, bin ich nun als Küchen-Technikerin tätig, also eigentlich noch nicht richtig, denn ich muss zuerst das ganze Zeichnungsprogramm, die Verknüpfung vom KPS( Küchenplansystem) ins SAP und die ganzen Abläufe lernen.
Was macht ein(e) Küchen-Techniker(in)? Werde ich immer wieder gefragt. Nein wir schrauben nicht an den Küchen rum, das machen die Monteure. Wir vermessen die Küchen (Räume), Zeichnen die Küchen für die Offerten und den Aufträge, schlagen uns mit den Architekten rum (
), müssen über alles Bescheid wissen was mit der Küche zu tun hat und sind die ganze Zeit mit den Küchenberatern und Kunden in Kontakt.
Bis letzte Woche durfte ich Ausstellungsküchen vermessen und diese ins KPS übertragen. Also nicht wirklich produktiv. Abends ging ich mit kleinen Augen und müdem Kopf aus dem Büro und war einfach nur Kaputt. Jeden Abend im Bett habe ich mich gefragt, was ich eigentlich geleistet habe und kam zu dem Schluss, dass ich ja gar nichts gemacht habe. Nach einem Gespräch mit einem Mitarbeiter jedoch, musste ich feststellen, dass auch wenn es nach nichts aussieht, doch Produktiv war, nämlich für meinen Kopf. Denn ich bin es mir gar nicht mehr gewohnt, konzentriert für 8 Stunden das gleich zu tun. Durch die Arbeit mit Kinder, war zwar immer Konzentration gefordert, aber auf eine ganz andere Art und Weise. Und zuletzt etwas richtig gelernt ist auch schon mehr als 12 Jahre her. Ich habe verlernt zu lernen oder vergessen mich auf etwas zu konzentrieren. Meine Konzentration war noch nie die Beste, aber vor allem dann Schwach, wenn ich das Gefühl habe (hatte), dass ich etwas unproduktives mache. Das heisst etwas mache, von dem ich nicht sofort ein Resultat sehe.
Gestern bekam ich aber meinen ersten Auftrag auf den Tisch.
Einen Auftrag für 14 Küchen (Hört sich nach viel an, ist aber im Vergleich sehr wenig). Endlich etwas richtig Produktives! Ich stürzte mich richtig darauf und habe sogar länger gearbeitet als üblich. Es machte richtig Spass und nach 9 1/2 Stunden fühlte ich mich als hätte ich seit Tagen nicht mehr geschlafen, aber ich ging erfüllt ins Bett, denn habe etwas geleistet.
Ich freue mich schon auf Morgen, wenn ich weiter daran Arbeiten kann und geniesse Heute einen freien Tag mit nichts tun!




